FAQs zur Mediation

Mediation (lateinisch „Vermittlung“) ist ein vertrauliches, strukturiertes und freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes, bei dem ein oder mehrere unabhängige „allparteiliche“ Mediatoren, die Parteien bei einer einvernehmlichen Beilegung ihres Konfliktes unterstützen. 

Der Mediator moderiert den Prozess der Lösungsfindung. Er ist allen Parteien gleichermaßen verpflichtet. Er fördert die Kommunikation der Parteien und gewährleistet, dass die Parteien in angemessener und fairer Weise in die Mediation eingebunden werden.
Er kann im allseitigen Einverständnis getrennte Gespräche mit den Parteien führen.

Die Mediation ist für fast jeden Konflikt geeignet. Egal, ob in privaten oder beruflichen Beziehungen.

Das wichtigste Prinzip ist, das alle Parteien freiwillig an dieser Mediation teilnehmen.

Das zweite Prinzip ist die Allparteilichkeit des Mediators. Sie können also sicher sein, das wir niemals Partei ergreifen werde.

Das dritte Prinzip beruht auf der Eigenverantwortung und Autonomie der Medianten. Das heißt, dass wir Ihnen keine Lösungen vorgeben werden. Wir unterstütze sie durch Kreativ- und Fragetechniken, damit sie eine gemeinsame Lösung erarbeiten.

Das vierte Prinzip ist die Informiertheit. Die Medianten sollten alle Informationen, die den Konflikt betreffen, offenlegen. Wichtig ist auch, dass der Status Quo dieser Informationen immer aktuell ist. Ändert sich also etwas, möchte ich sie bitten, dies innerhalb des Verfahrens bekannt zu machen. Nur so können sie Ihr Ziel erreichen.

Das fünfte Prinzip ist die Vertraulichkeit. Das heißt, dass alle Anwesenden zur Vertraulichkeit verpflichtet sind. Dieses Prinzip möchte vor allem auch verhindern, das beim Scheitern der Mediation einer von Ihnen die hier erhaltenen Informationen in einem Gerichtsprozess gegen die andere Partei verwendet. Auch Informationen, die ich ggfls. in Einzelgesprächen mit Ihnen erfahre, werde ich nicht an die andere Partei weitergeben oder in die Moderation einfließen lassen.

Und das sechste Prinzip ist die Ergebnisoffenheit. Sie setzt voraus, dass sie gewillt sind, von Ihrem jetzigen Standpunkt Abstand zu nehmen und einen Kompromiss oder eine völlig neue Lösung annehmen könnten.

All diese Prinzipien finden sich auch in dem Mediationsvertrag, den wir alle unterschreiben. Sollte jemand gegen diese Vereinbarung verstoßen, kann es zum Abbruch des Verfahrens kommen. Je nach Situation können sich auch Schadensersatzforderungen daraus ergeben. 

Die Mediation besteht aus fünf Phasen.

In der ersten Phase stellen wir Ihnen das Verfahren vor. Wir besprechen Ihre Erwartungen an das Verfahren, sie erläutern den derzeitigen Stand der Dinge und wir klären, wie das Verfahren weiter abläuft. Dazu gehören auch organisatorische Themen, wie Termine, Kosten und Pausen. Am Ende dieses Gespräches schließen wir einen Mediationsvertrag ab.

In der zweiten Phase, werden wir die Sachlage klären. Jeder von ihnen erhält dort Gelegenheit, seinen Standpunkt zu erläutern. Wichtig ist, dass alle Aspekte, also die emotionalen, die wirtschaftlichen und auch die rechtlichen, Raum finden. Wir werden für jeden von Ihnen alle für sie wichtigen Themen auf Karten an der Pinnwand sammeln und im Anschluss gewichten. Daraus bestimmen sie dann eine gemeinsame Bearbeitungsreihenfolge, in der wir die Themen in den darauf folgenden Terminen besprechen.

In der dritten Phase werden dann die Themen, in der zuvor vereinbarten Abfolge besprochen. Das Ziel ist hier die Findung der Interessen, die hinter Ihren Themen stecken. Wir werden Sie dabei unterstützen, diese zu formulieren. Wichtig ist hier, das sie ihre eigenen Bedürfnisse erkennen, die hinter den jeweiligen Themen stehen und die Bedürfnisse des/der anderen Medianten anerkennen.

In der vierten Phase kommt es dann dazu, dass durch die Wahrnehmung der Interessen der Gegenseite ein Perspektivwechsel stattfindet. Das heißt, Sie entwickeln ein Verständnis für die Sichtweise des anderen. Daraus lassen sich dann Lösungsoptionen entwickeln, aus der sie dann eine Wahl treffen können.

In der fünften Phase werden die erarbeiteten Ergebnisse vertraglich festgehalten. Das soll Ihnen ein Gefühl der Sicherheit geben, das sich alle Parteien an die Abmachungen halten.

Grundsätzlich ja, jedoch können Dritte nur mit Zustimmung aller Parteien in die Mediation einbezogen werden.

Die Dauer des gesamten Verfahrens hängt stark davon ab, wie viele Themen sie haben und wie viele wir gemeinsam betrachten werden um eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Die Parteien können die Mediation jederzeit beenden. Der Mediator kann die Mediation auch beenden, insbesondere wenn er der Auffassung ist, dass eine eigenverantwortliche Kommunikation oder eine Einigung der Parteien nicht zu erwarten ist. Im Regelfall ist die Mediation beendet, wenn sich die Parteien geeinigt haben.
Der Mediator wirkt im Falle einer Einigung darauf hin, dass die Parteien die Vereinbarung in Kenntnis der Sachlage treffen und ihren Inhalt verstehen. Er hat die Parteien, die ohne fachliche Beratung an der Mediation teilnehmen, auf die Möglichkeit hinzuweisen, die Vereinbarung bei Bedarf durch externe Berater überprüfen zu lassen. Mit Zustimmung der Parteien kann die erzielte Einigung in einer Abschlussvereinbarung dokumentiert werden.

Das ist abhängig von der benötigten Zeit, die für eine einvernehmliche Einigung benötigt wird. Das können drei Stunden sein oder auch mehrere mehrstündige Sitzungen.